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Nur nichts vergeigen...

Tina Geiger startet heute beim Slalom in Sotschi. Sie hofft auf zwei saubere Läufe

Im Optimalfall dauert der sportliche Teil Olympias für Christina Geiger zweimal eine Minute. Dann hätte die 24-Jährige vom SC Oberstdorf beide Durchgänge des olympischen Slalomrennens in Krasnaja Poljana ohne Fehler über die Bühne gebracht. Selbstverständlich ist das in der technisch anspruchsvollsten Disziplin der Alpinen Skirennfahrer nicht.

In der rasenden Fahrt durch den dichten Stangenwald ist die Gefahr eines Einfädlers groß. „Ich werde einfach versuchen, beide Läufe sauber runter zu bringen“, sagt Geiger. „Und dann muss man schauen, was raus kommt.“ Im Training habe sie sich zuletzt immer besser gefühlt. Das lädierte Knie zwicke nur noch manchmal bei großen Belastungen. „Es behindert mich aber gar nicht.“ In die Medaillenränge zu fahren dürfte dennoch schwer werden. „Da muss man schon realistisch sein, für eine Medaille müsste wirklich alles perfekt zusammen passen. Die Konkurrenz im Slalom ist sehr groß.“ Die schnelle Allgäuerin hatte sich mit einem sechsten Platz im November beim Weltcup im finnischen Levi für Sotschi qualifiziert. Es folgten Rang acht in Lienz und Rang 15 in Kranjska Gora. Seit Sonntag ist Geiger nun in Sotschi, für die es die zweiten Olympischen Spiele sind. In Vancouver fuhr sie 2010 auf Platz 14. Im Vergleich zu den Spielen in Kanada seien die Anlagen in Russland „schon ziemlich beeindruckend“.

Als Viktoria Rebensburg am Mittwoch ihre Bronzemedaille aus dem Riesenslalom bekam, hatte Geiger ihre Mannschaftskollegin zur Siegerehrung in den Olympia-Park begleitet. Dort stehen die riesigen Arenen und brennt das Olympische Feuer. „Da ist alles riesengroß. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Vor allem abends, wenn die Stadien beleuchtet sind“, sagt Geiger.

Nicht zuletzt wegen Rebensburgs Medaillengewinn ist die Stimmung in der deutschen Alpin-Mannschaft sehr gut. Dazu haben natürlich auch die Erfolge von Maria Höfl-Riesch beigetragen. Die beste deutsche Skifahrerin gewann in Sotschi schon Gold in der Kombination und Silber im Super-G. „Es ist Wahnsinn, wie sie die Nerven behalten kann, wenn es darauf ankommt“, sagt Geiger. Und auch im Slalom gilt Höfl-Riesch als Medaillenkandidatin. Der erste Lauf startet am heutigen Freitag um 13.45 MEZ, der zweite um 17.15 Uhr unter Flutlicht.

Nachwuchsrennen in Oberstdorf

Olympia gibt ihnen sicher Motivation: Die 120 besten alpinen Nachwuchsrennläufer Deutschlands der Jahrgänge 2000 und 2001 werden am Wochenende beim Deutschen Schülercup am Fellhorn an den Start gehen. Zwei anspruchsvolle Riesenslalom-Rennen stehen am Samstag und Sonntag auf dem Programm. Besonderen Reiz haben die Wettbewerbe durch die eingebauten Skicross-Elemente in der Technikstrecke. Die Rennen starten jeweils um 10 Uhr.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt

Tina Geiger
Tina Geiger