Springer Vierschanzentournee

Mentale (Allgäu-)Power

Vor dem Saisonstart am kommenden Wochenende in Lake Louise setzt der Oberstdorfer Tobias Stechert auf Unterstützung durch Clemens Maria Mohr aus Ofterschwang

Wenn am kommenden Wochenende im kanadischen Lake Louise mit Abfahrt (Samstag) und Super-G (Sonntag) die alpine Weltcupsaison beginnt, fühlt sich der Oberstdorfer
Skirennfahrer Tobias Stechert auch mental bestens vorbereitet. Vor dem Abflug ließ sich der 27-jährige Spezialist für die schnellen Disziplinen nochmals von seinem Mentaltrainert Clemens Maria Mohr, 52, aus Ofterschwang geistig durchchecken.

Mohr ist Mentaltrainer und Sportwissenschaftler. Er arbeitet seit 1990 sebstständig als Trainer im Managment sowie im Hochleistungssport. Die wohl bekanntesten Sportlerinnnen, mit denen der Ofterschwanger mehrere Jahre zusammen gearbeitet hat, waren die Mitgliederinnen der deutschen alpinen Frauenmannschaft. Jetzt setzt
auch Tobias Stechert vom Skiclub Oberstdorf auf die Unterstützung durch seinen Oberallgäuer Landsmann. Zu seinen Beweggründen sagt Stechert: "Zum Leistungssport
gehört Mentaltraining genauso dazu wie Kraft- und Ausdauertraining. Nach meinem Kreuzbandriss im Dezember 2009 und meiner Comeback-Saison 2010/2011 habe ich einfach gemerkt, dass ich, obwohl ich körperlich in einer Topverfassung war, sehr wenig Selbstvertrauen hatte. Vom Kopf her war ich nicht bereit, an meine Grenzen zu gehen".

Diesen Vorwurf machte ihm damals auch Cheftrainer Karlheinz Waibel aus Sulzberg. Stechert reagierte einsichtig und suchte nach Lösungsmöglichkeiten. Schließlich wurde
ihm Clemens Maria Mohr empfohlen, bei dem der Abfahrtsspezialist seit Sommer 2011 bislang acht Sitzungen hatte. Über den Stellenwert des Mentaltrainings sagt Stechert:
"Eines ist Fakt: Ohne geht es nicht, auch wenn wir unter uns Athleten nicht groß darüber sprechen und der Konkurrenz natürlich auch nichts verraten möchten. Aber mental auf die Saison vorbereiten tut sich so gut wie jeder. Unsere Trainer fragen auch regelmäßig nach, ob wir in diesem Bereich gut versorgt sind, was ich bei Clemens definitiv bin."

Stechert hofft, dass ihm die Betreuung durch Mohr hilft, seine Saisonziele zu erreichen. "Mein Hauptziel ist ganz klar die Qualifikation für die Weltmeisterschaften im Februar in Schladming. Sprich ich brauche in den Weltcuprennen davor einen Top-acht-Platz oder zwei Top-15-Ränge." Damit anfangen will er möglichst schon in Lake Louise...

Text: Allgäuer Anzeigeblatt

Alpin-tobias-stechert
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