Springer Vierschanzentournee

Max Bolkart wird 80 Jahre alt

Sein größter Erfolg war 1960 der Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee. Er darf für sich in Anspruch nehmen, als erster und 38 Jahre lang als einziger Skispringer der Bundesrepublik Deutschland die Gesamtwertung der Vierschanzentournee gewonnen zu haben.

Am kommenden Sonntag feiert das Oberstdorfer Skisprung-Idol Max Bolkart seinen 80. Geburtstag. Er setzte damals die Tradition des Oberstdorfer Springertrios Weiler-Klopfer-Brutscher fort und sicherte sich bei der achten Tournee 1959/60 nach Erfolgen in Oberstdorf, Garmisch-Patenkirchen und Innsbruck sowie mit einem fünften Platz in Bischofshofen den Gesamterfolg. Dieser Sieg wird auch dadurch nicht geschmälert, dass wegen des Flaggenstreits mit der DDR einige Nationen nicht dabei waren. Erst 30 Jahre danach, in der Saison 1989/90, schaffte Dieter Thoma den nächsten bundesdeutschen Sieg.

Max Bolkart war zunächst ein Alpiner und kam auf Anraten von Toni Brutscher erst als 15 Jähriger zum Skispringen. Bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Von 1953 bis 1964 war er ständiger Teilnehmer bei deutschen Meisterschaften und gewann dabei vier nationale Titel. Dreimal startete er bei Olympischen Spielen und verpasste 1956 in Cortina als Vierter nur knapp die Bronzemedaille. In Squaw Valley wurde er 1960 Sechster und vier Jahre danach in Innsbruck landete er nach einer schweren Schulterverletzung im geschlagenen Feld. Seine vierten Olympischen Spiele erlebte Bolkart 1968 in Grenoble schließlich als Ein- und Vorspringer. Sein Premierensprung ein Jahr zuvor auf der von Heini Klopfer im Olympiaort erbauten Schanze zierte die Grenobler Ansichtskarten.

Die größte Weite seiner zwölf Skiflugwettbewerbe stand Bolkart mit 139 Metern. Er sprang bis zum Ende seiner sportlichen Laufbahn mit den Armen in Vorhalte. „Bleibe dabei, denn wenn du dich umstellst, bist du nicht mehr der Max Bolkart den wir alle kennen“, ermunterte ihn das österreichische Springer- Idol Sepp Bradl.

„Bis auf kleine Zipperlein noch gut beieinander“

Nach seiner aktiven Laufbahn war Bolkart Nachwuchstrainer und Schanzenchef in Oberstdorf. Für seine Erfolge wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und 2002 mit dem „Silbernen Lorbeerblatt“ ausgezeichnet. Beruflich war Bolkart Maschinist im Oberstdorfer Elektrizitätswerk, als Hobbymusiker spielt er begeistert Harmonika, Alphorn und Schalmei - auch noch heute beim Skifliegen. Körperlich fühlt sich der Jubilar „gut beieinander, bis auf kleine Zipperlein, die mich etwas plagen“.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt

Max Bolkart
Max Bolkart