Springer Vierschanzentournee

Hochspannung vor dem 1. Weltcup-Springen

Carina Vogt blickt dem Wettkampf gelassen entgegen

Carina Vogt ist gelassen. Die erste Skisprung-Olympiasiegerin geht zwar am heutigen Samstag als Mitfavoritin in den ersten Frauen-Skisprung-Weltcup in Oberstdorf, eine große Last verspürt die 22-Jährige vom SC Degenfeld wegen des Heimspiels allerdings nicht: „Ich freue mich hier zu springen - vor allem weil Familie und Freunde zuhauf zuschauen“, so Vogt. Ihr erster Weltcup-Sieg vergangene Woche im japanischen Zao habe ihr zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. Auch ihr erster Trainingssprung auf der Normalschanze von Oberstdorf auf 102,5 Meter ist ihr so gut gelungen, dass sie freiwillig auf einen zweiten Versuch verzichtete. Nach dem Qualifikationssprung auf 91,5 Metern sah Vogt noch „Steigerungspotenzial. Aber da mache ich mir jetzt keinen Kopf“, bewies Vogt Coolness.

Wenn heute ab 16.15 Uhr der erste Wertungsdurchgang startet, hat Vogt allerdings große Konkurrenz. Bundestrainer Andreas Bauer sieht die Spitze im Frauen-Skispringen mittlerweile derart eng beieinander, dass er allen Top-Ten-Athletinnen im Gesamtweltcup den Tagessieg zutraut. Besonders stark haben sich bei Training und Qualifikation die beiden Japanerinnen Sara Takanashi, die Weltcupführende, und ihre Landsfrau Yuki Ito präsentiert. Ito schaffte im Training mit 104 Metern die Tagesbestweite, Takanashi kam in der Qualifikation der zehn Besten die zweitgrößte Weite.

Unbeeindruckt von ihrem schweren Trainingsunfall im August 2013, als sie von der Großschanze auf die inoffizielle Rekordweite von 146 Metern gesegelt war und schwer stürzte, kehrte die US-Amerikanerin Sarah Hendrickson in die Erdinger Arena zurück. „Ich versuche, das auszublenden. Das geht ganz gut, weil wir ja von der Normalschanze springen.“ Trotz ihrer schlechten Erinnerungen und Rang sieben in der gestrigen Qualifikation sagte Hendrickson: „Ich liebe diese Anlage.“ (twß)

Sarah Hendrickson
Sarah Hendrickson