Springer Vierschanzentournee

Großen Sprung nach vorne gemacht

Katharina Althaus vom SC Oberstdorf belegt beim Sommer-Grand-Prix Platz drei und vier – Nächste Woche startet sie bei den deutschen Meisterschaften auf ihrer Hausschanze

„Ich bin dabei“. Zuversichtlich verspricht Katharina Althaus derzeit auf dem Werbeplakat im Ortszentrum von Oberstdorf ihre Teilnahme an der deutschen Meisterschaft im Skispringen. Und wie sie dabei ist ... In der Erdinger Arena, wo sie bei den nationalen Wettkämpfen gleich um zwei Titel kämpft, zählt sie spätestens nach ihrem glanzvollen Auftritt beim Sommer-Grand-Prix in Russland zu den Favoritinnen. Dort stand die 17-Jährige zum ersten Mal in ihrem Leben bei einem Weltcup auf dem Podest.

„Ein Meilenstein für die junge Sportlerin“, sagt Bundestrainer Andreas Bauer, der die Schöllangerin, die für den Skiclub Oberstdorf startet, im sibirischen Sommer von Nizhny Tagil betreut hat. Die zwei Wettkämpfe in der Grand-Prix-Serie beendete Katharina mit einem vierten und anderentags sogar mit einem dritten Rang. Damit meldete Katharina Althaus im Zwischenklassement sogar Ambitionen auf einen Stockerlplatz in der Gesamtwertung an. Die beiden letzten Entscheidungen in Almaty ließ sie jedoch in Absprache mit dem Trainer und der Schule sausen, sodass am Ende ein 7. Platz blieb.

Bis November gehe das Lernen vor, da sind sich Springerin und Trainer einig. „Die Fehlzeiten im Unterricht kommen für Katharina schon noch“, prophezeit Nationalcoach Bauer, der sich über eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium und dem Skiinternat freut. Das Angebot, das Abitur an der „Eliteschule des Sports“ in Oberstdorf statt in zwei erst in vier Jahren zu absolvieren, bringt Entspannung. Zudem hat sie nun Training, Schule und Nachführunterricht an einem Ort. Zwei Stunden täglich sieht man sie an der Schanze oder in der Kraftalp. Und wenn der Bundestrainer die administrativen Aufgaben für die Nationalmannschaft erledigt, hört sie auf die Empfehlungen von Stützpunkt-Coach Peter Leiner.

An der Vorbereitung auf den Winter hat die Schöllangerin gegenüber den Vorjahren nicht viel geändert. Allerdings sei sie in den vergangenen Monaten ein wenig leichter geworden, was ihr richtig gut gefalle und vermutlich zu den Erfolgen in Russland beigetragen habe, vermutet sie. Katharina freut sich über den Erfolg in Sibirien, bleibt aber bescheiden. „Die Schanze dort hat mir von Anfang an gelegen, und an den beiden Wettkampftagen hat einfach alles zusammengepasst“, erzählt sie.

Dass sie nun für die deutsche Meisterschaft bei den Juniorinnen als Favoritin und bei den Erwachsenen zumindest als Geheimtipp gilt, nimmt sie gelassen und nicht mehr aufgeregt wie zu Beginn ihrer sportlichen Laufbahn. „Katharina ist in den letzten zwei Jahren gereift“, berichtet Trainer Andi Bauer, der sie bei ihrem ersten Weltcupstart in Lillehammer noch viel zu nervös für ein gutes Ergebnis erlebt hatte. Da sind dann auch schon mal Tränen geflossen. Inzwischen reagiere die 17-Jährige gefestigt und viel cooler, stimme ihre eigenen Eindrücke mit den Tipps der Trainer ab und ziehe dann einfach ihre Sprünge durch. Pressekonferenzen und Interviews erledige sie locker und selbstbewusst, hat der Bundestrainer die kontinuierliche Weiterentwicklung seines Schützlings beobachtet.

Aufgrund ihrer Leistungen hat sie sich für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi empfohlen. Qualifizieren muss sie sich jedoch wie jede andere auch, und die offiziellen Kriterien, zweimal im Weltcup unter Top 15 zu kommen, werden wohl intern noch mal verschärft. „Es nützt uns nichts, wenn wir mehr Qualifizierte als Startplätze haben“, meint Bauer, der nur die besten vier Springerinnen für den Einzelwettbewerb bei Olympia mitnehmen wird.

Text: Allgäuer Zeitung

Katharina Althaus
Katharina Althaus
Katharina Althaus und Bundestrainer Andi Bauer
Katharina Althaus und Bundestrainer Andi Bauer