Springer Vierschanzentournee

Geschwister im Pech

Tobias und Gina Stechert mussten WM in Schladming wegen Verletzungen vorzeitig beenden – Sie drücken DSV-Team die Daumen

Die Ski-WM in Schladming stand für die Stechert-Geschwister aus Oberstdorf unter keinem guten Stern. Der 27-Jährige Tobias und seine zwei Jahre jüngere Schwester Gina reisten schon am Donnerstag gemeinsam wieder ab in Richtung Allgäu. Während Tobias Stechert immerhin ein Rennen absolvierte (Platz 24 im Super-G) und „nur“ eine Reizung seines kürzlich operierten Knies auskurieren muss, ist für seine Schwester die Saison beendet. Sie wurde am Freitag in München operiert. Bei der Abfahrtsspezialistin hatte sich im linken Knie ein Knochensporn unter der Kniescheibe in die Patellasehne gebohrt und starke Schmerzen verursacht. „Dieser Sporn wurde entfernt“, sagt Gina
Stechert. Acht Wochen muss sie pausieren. „Obwohl das schade und ärgerlich ist, bin ich doch froh, dass es diesmal nichts Schlimmeres ist“, sagt die 25-Jährige, die in ihrer Karriere schon drei Kreuzbandrisse und einen komplizierten Bruch des Daumens erlitten hat.

Von der WM in Österreich hat die einmalige Weltcupsiegerin nicht viel mitbekommen. Schon nach dem ersten Abfahrtstraining am Donnerstag hatte sie ihren Verzicht erklärt: „Es ging einfach nicht.“ Sie fuhr ins Mannschaftshotel zurück. Als sie gerade ihre Tasche packte, rief der Bruder an. „Er hat gesagt, dass ich noch warten soll, wir könnten gleich zusammen Heim fahren.“ Zuletzt hatte Gina Stechert die Saison 2009/2010 ohne Unterbrechung verletzungsfrei durchfahren können. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver wurde sie Zehnte in der Abfahrt und 15. im Super-G.

„Nächstes Jahr ist wieder Olympia und ich hoffe, dass ich dann auch mal wieder gesund bleibe.“ Für Schladming kann sie ihren Mannschaftskolleginnen nur vor dem Fernseher die Daumen drücken. Die Abfahrt der Kombination, in der Maria Höfl-Riesch am Freitag Gold holte, sah sie noch in den eigenen vier Wänden. Vor dem Slalom fuhr Gina Stechert dann nach München ins Krankenhaus. „Kurz bevor ich operiert wurde, habe ich dann noch den Slalom gesehen. Es hat mich wahnsinnig gefreut, dass sie das geschafft hat, das hat sie sich echt verdient.“ Die gestrige Abfahrts-Bronzemedaille für Höfl-Riesch überraschte ihre Freundin Gina Stechert nicht. „Sie hat ja schon in der Kombi eine super Abfahrt gezeigt. Ich gönne ihr die Erfolge sehr."

Text: Allgäuer Anzeigeblatt/ Bild: Ralf Lienert

Tobias Stechert
Tobias Stechert