Springer Vierschanzentournee

Georg Späth zurück bei der Vierschanzentournee

Oberstdorfer übernimmt die Position des Rennleiters

Georg Späth ist zurückgekehrt zur Vierschanzentournee. Allerdings hat der ehemalige Skispringer die Seiten gewechselt. Nicht als Athlet, sondern als Rennleiter wird der 33-Jährige das sportliche Großereignis in Oberstdorf begleiten. Damit übernimmt er die verantwortungsvolle Aufgabe, von der sich Ralf Schmid nach 18 Jahren beim FIS Sommer-Grand-Prix verabschiedet hatte.

Die langen Sprungskier hat Georg Späth schon vor mehr als einem Jahr in die Ecke gestellt. Seine beste Zeit als Aktiver hatte er in den Jahren 2003 bis 2008. Bei den Skiflugweltmeisterschaften in Planica hätte er nach dem Platz 1 am ersten Tag sogar das Zeug für den Titel gehabt, am Ende war es der 4. Rang. Eine Silbermedaille gab es im Mannschaftsspringen auf der Normalschanze bei der Ski-WM 2005 in seinem Heimatort Oberstdorf. Ein Weltcup-Sieg mit der Mannschaft in Willingen (2005) und die Bronzemedaille mit dem deutschen Team bei der Skiflug-WM 2006 vervollständigen die Erfolgsserie. Nach einem Trainingssturz 2008, bei dem er sich einen Kreuzbandriss zuzog, konnte der Oberstdorfer nicht mehr so recht anknüpfen an die früheren Erfolge. Privatleben und Beruf rangierten ganz vorn. Georg Späth absolvierte erfolgreich sein Studium, arbeitet inzwischen zufrieden in einer Steuerkanzlei und widmet sich mit ganzem Herzen seiner Frau Nadyn und dem kleinen Sohn Dominic.

Aber die Leidenschaft für seinen Sport blieb. „Dafür habe ich das Skispringen zu lange gemacht“, erzählt er. Seit seinem 10. Lebensjahr sei er dabei, und seine Kindheit habe er als unmittelbarer Nachbar ohnehin im Schatten der Schanze verbracht. Als jetzt der Vorsitzender des Skiclubs , Dr. Peter Kruijer, anfragte, ob er sich vorstellen könne, den Posten des Rennleiters zu übernehmen, habe er darum auch gar nicht absagen können. „So kann ich etwas von dem, was ich dem Skiclub zu verdanken habe, zurückgeben“, meint er dankbar. Einfacher sei für ihn die Entscheidung gefallen, weil er mit Ralf Schmid als seinem Stellvertreter und Hans Schmid als Ressortleiter Sport zwei „alte Hasen“ an seiner Seite wisse.

Die Seiten zu wechseln, bedeutet für Späth auch, große Verantwortung zu übernehmen. „Als Athlet vertraust du darauf, dass die Verantwortlichen ihre Sache gut machen, du konzentrierst dich auf dich selbst und auf deine Sprünge, alles andere gibst du für den Wettkampf ab“, weiß er aus eigener Erfahrung. Nicht nur die Erfahrung als Athlet wird ihm helfen bei seinem neuen Job, sondern auch das theoretische Wissen. So hat er in Garmisch-Partenkirchen ein Seminar für Technische Delegierte absolviert und eine Kampfrichterausbildung durchlaufen.

Auch unter den Kollegen aus dem Springerlager hat sich herumgesprochen, dass der Georg beim Tourneeauftakt als Rennleiter fungiert. In Lillehammer sei er als Co-Kommentator für die ARD dabei gewesen. „Cool“ befanden Freund, Freitag und Co, den ehemaligen Springerkollegen in Oberstdorf in seiner neuen Funktion wieder zu treffen. Der Teamkamerad von einst soll als Rennleiter zwar neutral die besten Rahmenbedingungen für alle Springer schaffen. Dass er den Deutschen dabei aber ganz fest die Daumen drückt, darüber wird sich niemand wundern.

Text/Bild: Elke Wiartalla

Georg Späth wird neuer Rennleiter in Oberstdorf
Georg Späth wird neuer Rennleiter in Oberstdorf