Springer Vierschanzentournee

Eine Tournee besorgt sich Schnee

Organisatoren beweisen sich im Schneemanagement

Die Vierschanzentournee trotzt der Schneearmut. „Wir werden an allen vier Orten auf Schnee springen können“, sagt Tourneepräsident Alfons Schranz aus Innsbruck, der im permanenten Informationsaustausch mit seinen Kollegen aus Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Bischofshofen steht.

Angesichts der fehlenden Winterpracht übertreffen sich die örtlichen Organisationskomitees derzeit mit ihrem Einfallsreichtum: In Oberstdorf läuft seit Donnerstag-Abend ein spezielles Schnee-Silo, das bereits beim Auftakt des Skisprung-Weltcups in Klingenthal zum Einsatz gekommen war, Garmisch-Partenkirchen greift im schlimmsten Fall auf Schnee aus Eishallen in ganz Oberbayern zurück und Bischofshofen hat den Großglockner als Notnagel. Die Organisatoren am Bergisel in Innsbruck starten am Freitag bereits mit der Belegung der Bergiselschanze. „Wie in den vergangenen 25 Jahren auch, holen wir den Schnee aus dem Schmirntal. Hier haben wir auf über 1300 Metern vier Nächte lang beschneien und ein Depot geschaffen“, erklärt Schranz.

Unter dem größten Zeitdruck stehen die Organisatoren in Oberstdorf, denn dort startet bereits am 27. Dezember die 63. Vierschanzentournee mit der Qualifikation für das Auftaktspringen am 28. Dezember. „Mit der Installation des Schnee-Silos sind wir auf der sicheren Seite. Das Gerät läuft bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag durch“, sagt Dr. Peter Kruijer, Erster Vorsitzender des Skiclubs Oberstdorf. Installiert wurden die ca. zehn Meter hohen Türme, die von der Firma SnowTek aus Finnland stammen, übrigens im Langlaufstadion Ried. „Das war von der Logistik her besser für uns, denn im Schanzengelände hätte das Silo sonst die weiteren Aufbauarbeiten für das Auftaktspringen behindert“, so Dr. Kruijer, der sich sich optimistisch zeigt: „Die Zeichen stehen gut, dass wir nicht nur auf der Schanze Schnee haben werden, sondern Oberstdorf zum Auftaktspringen auch im weißen Winterkleid präsentieren können.“

In den letzten Schneeverhandlungen steckt Michael Maurer, Präsident des Organisationskomitees beim Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen. „Wir haben mehrere Optionen, um Schnee herzubekommen“, so Maurer. Am Freitag entscheidet sich, ob das Organisationskomitee vom Skigebiet Garmisch Classic und von einem weiteren Depot aus dem benachbarten Tirol die nötigen Kubikmeter für die Präparierung der Olympiaschanze erhält. Sollte das nicht wie gewünscht in vollem Umfang klappen, tritt Plan B in Kraft: „Wir haben bereits sämtliche Eishallen im Umland von Garmisch-Partenkirchen angefragt und von allen die Zusage. Die ersten Hallen lagern bereits für uns“, erklärt Maurer. Bei diesem Schnee handelt es ich um die abgeschabte oberste Fläche der Eisflächen. Hier kommen bei jeder Eisfahrt einige Kubikmeter zusammen. Eine ganze Wintersportregion hilft mit: Michael Maurer und seine Kollegen haben bereits etliche Zusagen, zum Beispiel aus München, Mittenwald, Geretsried, Schongau, Peissenberg, Bad Tölz, Peiting und natürlich aus der örtlichen Eishalle in Garmisch-Partenkirchen.

Keinen Grund zur Sorge hat derzeit auch Johann Pichler, Generalsekretär beim Finalspringen in Bischofshofen. „Wir haben noch ein paar Tage Zeit und können abwarten, ob es kalt wird. Die Schneekanonen stehen bereit. Falls es weiterhin warm bleiben sollte, dann müssen wir eben – wie bereits vor ein paar Jahren – auf Schnee vom Großglockner zurückgreifen“.

Die Vierschanzentournee beginnt in diesem Winter einen Tag eher als üblich, bereits am 27. Dezember mit der Qualifikation in Oberstdorf (Wettkampf am 28. Dezember). Weitere Stationen sind Garmisch-Partenkirchen (31. Dezember/1. Januar), Innsbruck (3./4. Januar) und Bischofshofen (5./6. Januar).

Karten für das erste große Wintersport-Highlight 2014/15 sind im Vorverkauf online über den Print@home-Ticketservice unter www.vierschanzentournee.com erhältlich.

Schnee-Silos für die Vierschanzentournee
Schnee-Silos für die Vierschanzentournee