Springer Vierschanzentournee

Ein guter Auftakt ist enorm wichtig

Wer die Vierschanzentournee gewinnen will, muss in Oberstdorf vorne dabei sein

Showdown am Schattenberg: Wenn sich am 27. und 28. Dezember die weltbesten Skispringer in der WM-Skisprung-Arena in Oberstdorf zum Auftakt der 63. Vierschanzentournee treffen, dann geht es für die Favoriten bereits um Alles. Denn mit einer guten Performance im Allgäu können sich die deutschen Olympiasieger um Severin Freund (Rastbüchl) und Andreas Wellinger (Ruhpolding) eine hervorragende Ausgangsbasis für einen möglichen Tourneesieg schaffen. Der Auftakt der Vierschanzentournee beginnt in Oberstdorf in diesem Jahr früher als bisher, mit der Qualifikation am 27. und dem Wettkampf am 28. Dezember.

„Fakt ist: In Oberstdorf kann man die Vierschanzentournee noch nicht gewinnen, aber man kann sie bereits verlieren“, sagt Dr. Peter Kruijer, Vorsitzender des Skiclubs Oberstdorf und Präsident des Organisationskomitees beim Auftaktspringen. Und in der Tat: In der Vergangenheit waren es oft die Führenden des Skisprung-Weltcups, die nach dem verpatzten Start in Oberstdorf bereits die Hoffnungen auf den Gesamtsieg begraben konnten.

Bestes Beispiel waren im Vorjahr ausgerechnet die Top-Cracks wie Weltcup-Gesamtsieger und Doppelolympiasieger Kamil Stoch (Polen), der Österreicher Gregor Schlierenzauer und die deutsche Hoffnung Severin Freund. Schlierenzauer, der Rekordweltcupsieger und zweimalige Tourneesieger der Vorjahre, kam als Zweiter des Gesamtweltcups nach Oberstdorf, wurde beim Auftakt dann allerdings nur Neunter. Severin Freund war mit Platz zehn ebenfalls aus dem Rennen, aber immerhin noch besser bedient als Kamil Stoch, der am Schattenberg den Supergau erlebte. Der Pole hatte unmittelbar vor der Vierschanzentournee bei den vier Weltcups in Titisee-Neustadt und Engelberg zwei Siege sowie zwei zweite Plätze errungen und kam als Weltcupführender sowie absoluter Top-Favorit nach Oberstdorf. Doch aus dem vermeintlichen Überflug wurde mit Platz 13 leider ein Absturz. Auch im Endklassement landete das Favoritentrio unter ferner liefen (Stoch 7., Schlierenzauer 8., Freund 16.).

Mit Platz drei hatte sich dagegen der spätere Tourneesieger Thomas Diethart (Österreich) in Oberstdorf bereits in Position gebracht. Der Youngster aus dem Team des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) überflügelte in der Gesamtwertung schließlich noch Auftaktsieger Simon Ammann (Schweiz) und Landsmann Thomas Morgenstern.

Kurios: In den 62 Jahren der Geschichte der Vierschanzentournee hatten nur 23 der späteren Tourneesieger auch den Auftakt in Oberstdorf gewonnen. Besonders erfolgreich waren in dieser Hinsicht übrigens zuletzt die Österreicher: Gregor Schlierenzauer (2011/12), Thomas Morgenstern (2010/11) und Andreas Kofler (2009/10) hatten bei ihren Tourneesiegen auch am Schattenberg triumphiert.

Die deutschen Skisprungfans durften im Allgäu zuletzt im Jahr 2002 groß jubeln, als Sven Hannawald nach seinem historischen Vierfachsieg (2001/2002) erneut das Auftaktspringen in Oberstdorf gewann. Der Sieg des Schwarzwälders war gleichzeitig auch das Ende einer Serie. Von 1998 hatte es in Oberstdorf fünf deutsche Siege in Folge gegeben. Zunächst war dreimal hintereinander Martin Schmitt (Furtwangen) erfolgreich, dann zweimal Sven Hannawald.

„Für uns wäre es natürlich ein Traum, wenn Andreas Wellinger, Severin Freund oder Markus Eisenbichler an die großen Erfolge von Martin Schmitt und Sven Hannawald anknüpfen könnten“, sagt Stefan Huber, Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs GmbH und Generalsekretär des Auftaktspringens in Oberstdorf.

Karten für das erste große Wintersport-Highlight 2014/15 im Allgäu sind bereits im Vorverkauf erhältlich, und zwar online unter www.arena-ticket-allgaeu.de und über die Tickethotline 08322/8090-350.

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