Springer Vierschanzentournee

DSV-Bundestrainer zufrieden mit Weltcup-Premiere in Oberstdorf

Bundestrainer Bauer zum FIS Weltcup Skispringen der Damen in Oberstdorf.

Herr Bauer, die Premiere des Skisprung-Weltcups in Oberstdorf dürfte doch so ganz nach Ihrem Geschmack gelaufen sein, oder?

Andreas Bauer: Natürlich, zwei zweite Plätze von Carina Vogt sind ein hervorragendes Ergebnis. Am Sonntag war es mit sechs Zehntel Punkten Abstand auch sehr eng und spannend. Dass sich Carina Vogt und die Siegerin Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich da an der Spitze so duellieren, war gut für die Zuschauer im Stadion und vor dem Fernseher.

Es war aber auch nicht alles Gold, was glänzte ...

Bauer: Richtig, man muss es schon differenziert sehen. Dass sich der Rest der Mannschaft beim zweiten Springen nur so zwischen den Rängen 20 und 30 platziert hat, ist schon schade. Da hätte ich mir schon die eine oder andere Springerin weiter vorne gewünscht. Aber die Arbeit darf ja nicht ausgehen … (lacht)

Was war vor allem mit Katharina Althaus los, die als 26. erstmals in dieser Saison nicht in die Top Ten kam?

Bauer: Katharina hat einen technischen Fehler gemacht. Es war aber für alle Mädels sehr schwer, weil wir sehr wenig Anlauf hatten. Man soll ja niemand groß kritisieren, aber man hätte ja während des Durchgangs zwei, drei Luken nach oben gehen können, wenn der Rückenwind zu stark wird. Das fand ich persönlich ein bisschen schade, dass der Wettkampf nicht ganz so glücklich gesteuert wurde.

Das heißt, die Jury war Ihnen nicht mutig genug?

Bauer: Es ist schwierig, so einen Wettkampf mit all seinen Nuancen zu steuern. Aber FIS-Renndirektor Walter Hofer hat ja sehr geschickt den Gate- und Windfaktor eingeführt, sodass man eigentlich viele Steuerungsmöglichkeiten hätte. Nur dann sollte man sie eben auch anwenden, um einen Wettkampf hinzubekommen, bei dem die weitesten
Sprünge dann auf 100 Meter oder knapp darüber gehen. Das war ein bisschen schade.

Die beiden Weltcups waren aber auch aus einer anderen Warte bemerkenswert. Die Dominanz der Japanerin Sara Takanashi ist endgültig weg...

Bauer: Bis auf Sara selber sehen das vermutlich alle sehr positiv. Unser Sport ist spannender geworden und es gibt keine Dauersiegerin mehr, die lange Zeit alles abgeräumt hat.

Die Oberstdorfer haben sich ganz schön ins Zeug gelegt, dem Frauen-Weltcup eine große Bühne zu bieten ...

Bauer: Ja, ein großes Kompliment an die Organisatoren. Die haben ein tolles Umfeld geschaffen und neue Standards gesetzt. Wir haben hier den Bundesstützpunkt, deshalb wäre es die logische Konsequenz, dass der Weltcup als unser nationaler Saisonhöhepunkt auch künftig hier stattfindet.

Interview: Th. Weiß
Mit freundlicher Genehmigung des Allgäuer Zeitungsverlags

DSC00921
DSC00921