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Deutsche Sportler wollen ein Wörtchen mitreden

Anja Wicker rund Andrea Eskau zählen beim IPC-Weltcup zu den Favoritinen in allen drei Disziplinen

Der IPC- Weltcup in Oberstdorf ist die letzte Station vor den Paralympischen Spiele in Sotchi (07.-16.03.2014), wo auch die deutschen Sportler ein entscheidendes Wörtchen mitreden wollen. Vor allem bei den Frauen sind mit Andrea Eskau und Anja Wicker zwei Mitglieder der Nationalmannschaft ganz vorn im Ranking. Eskau gewann bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Solleftea 2013 Goldmedaillen über die Distanzen von 12,5 km und 5 km, sowie Bronze in der Mixed-Staffel mit Tino Uhlig und Willi Brem. Die junge Teamkollegin Anja Wicker machte mit einem 4. Rang im Sprint und einem 6. Rang über 12 km auf sich aufmerksam.

Die Frauen starten in der Langdistanz über 10 und 15 km, in der mittleren Distanz über 5 km und im Sprint über 1 km.
Die Männer starten über 15, bzw. 20 km, über 10 km und im Sprint über 1 km. Im Vorfeld des Weltcups in Oberstdorf fragten wir Ralf Rombach, den Nationaltrainer der deutschen Mannschaft, über zur Vorbereitung auf Weltcup und Olympia, zu Erfolgschancen der deutschen Athleten und zur Stimmung im Team in diesem wichtigen Winter.

Wer startet in Oberstdorf bei den Weltcup-Rennen?
Rombach: Es wid die komplette Nationalmannschaft am Start sein. Daneben geben wir den Athleten aus dem Nachwuchs die Möglichkeit, internationale ‚Luft zu schnuppern‘ . Für diese Athleten ist dies ein wichtiger Schritt für ihre weitere Entwicklung, da es neben den Weltcups bisher keine weiteren Wettkampfsysteme auf internationalem Niveau gibt. Insgesamt werden elf Athleten aus Deutschland in Oberstdorf dabei sein.

Wie ist die Vorbereitung der deutschen Athleten bisher gelaufen?
Rombach: Bisher lief die Vorbereitung recht gut. Einzig bei Willi Brem, der nach einem Sturz hatte und pausieren musste, sowie Anja Wicker, die nach einen grippalen Infekt ebenfalls längere Zeit pausieren musste, wurde die Vorbereitung etwas gestört.

Wie ist die Stimmung so kurz vor den Olympischen Spielen? In Kanada waren die Deutschen ja nicht am Start und Vergleichsmöglichkeiten fehlen somit.
Rombach: Die Stimmung ist sehr gut, obwohl wir nicht nach Canmore reisen konnten. Wir hätten das natürlich gerne getan. Gerade für die jüngeren Athleten wäre eine Teilnahme für den weiteren Saisonverlauf von Vorteil gewesen. Allerdings hat unser Budget dafür nicht ausgereicht.

Wie schätzen Sie die Chancen der deutschen Athleten und Athletinnen beim Weltcup in Oberstdorf und natürlich auch bei den Olympischen Spielen in Sotchi ein?
Rombach: Bei der WM in Solleftea im Februar 2013 waren wir recht erfolgreich. Vor allem Andrea Eskau hat mit vier Medaillen erheblich zum Erfolg beigetragen. Sie hat in Oberstdorf Chancen in allen drei Wettbewerben. Anja Wicker und Vivian Hösch sowie Martin Fleig haben im Sprit die größten Chancen auf eine vordere Platzierung. Willi Brem ist eher im Biathlon zu Hause, wird aber in den Skatingwettkämpfen auf der langen Distanz und beim Sprint angreifen. Tino Uhlig wird als Klassikspezialist seinen Fokus auf den Sonntag legen, startet aber auch schon auf der langen Distanz.

Oberstdorf hat bereits 2007 einen IPC-Weltcup ausgetragen, damals allerdings als Nothelfer, weil in Isny, dem eigentlichen Wettkampfort, zu wenig Schnee lag. Freut ihr euch auf Oberstdorf, diesmal in der Rolle des offiziellen Ausrichters?
Rombach: Wir freuen uns sehr auf Oberstdorf. Der Veranstalter steht für qualitative hochwertige Veranstaltungen. Die Infrastruktur passt für Skilanglauf. Das ist im nordischen Behindertensport nicht immer selbstverständlich. Ich weiß von den anderen Nationen, dass sich diese ebenfalls sehr auf Oberstdorf freuen.

Anja Wicker und Andrea Eskau
Anja Wicker und Andrea Eskau