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Christina Geiger vom SC Oberstdorf beim ersten Slalom-Weltcuprennen der Saison am Start

Weltcup-Auftakt in Levi (FIN) für die Slalomspezialisten aus Oberstdorf

Im westfinnischen Levi ist der Winter mit kräftigen Minustemperaturen schon eingekehrt. Hier finden an diesem Wochenende die ersten Slalom-Weltcuprennen der Saison statt. Während bei den Männer Stefan Luitz (SC Bolsterlang) das Allgäu vertritt, ist bei den Frauen Christina Geiger vom SC Oberstdorf am Start. Für die Sportsoldatin ist das Rennen in Levi nach dem Sommertraining, in dem sie durch Knieprobleme eingeschränkt war, die erste Feuerprobe dieses Winters. Am vergangenen Montag reiste sie nach Lappland, wo sich die deutschen Slalomspezialistinnen auf das Rennen am Samstag vorbereiten.

Dienstag war der erste Trainingstag und „wie immer im hohen Norden sehr kalt und neblig“, berichtet die 22-Jährige. An den Schnee habe sie sich erst mal gewöhnen müssen. Tina freut sich über die gute Stimmung im DSV-Team: „Wir sind hier neun Mädels hier oben und wirklich eine Super-Mannschaft“. Ihre Hoffnungen für den Einstieg in die Weltcup-Saison formuliert sie zögernd: „Ich weiß nicht, wie die anderen drauf sind und kann mich nur mannschaftsintern orientieren“. Im eigenen Team jedoch lief die Vorbereitung für sie ganz gut, wobei Reserven durchaus noch vorhanden seien.

All zu hoch hat die Slalomspezialistin ihre Ziele für den Saisonauftakt jedenfalls nicht gesteckt, zumal Levi es bisher noch nie besonders gut mit ihr gemeint hat. Letztes Jahr waren die Rennen ausgefallen, das Jahr davor verbuchte sie einen 20. Rang und vor zwei Jahren schied sie aus. „Aber mal sehen, vielleicht wird Hang in Levi ja in diesem Jahr zu meinem Hang“, meint sie optimistisch.

Wenn Tina am Samstag zum ersten Mal wieder bei einem Weltcup-Rennen durch den Stangenwald tanzt, liegen hinter ihr Monate intensiver Vorbereitung. Vor allem das August-Trainingslager in Neuseeland hat sie guter Erinnerung. „Das war keine Vergnügungsreise, sondern harte Arbeit“, so die Oberstdorferin, „und die absolut richtige Entscheidung, denn bei uns in den Alpen schmolzen bei 40 Grad die Schneevorräte überall dahin“. Andere Trainingsreisen musste sie anschließend allerdings auslassen, weil Schmerzen in der Patellasehne zur Schonung zwangen. „Ganz weg sind meine Knieprobleme zwar leider noch nicht, aber ich bekomme das zur Zeit ganz gut in den Griff“, meint sie halbwegs zuversichtlich. Umso zufriedener ist sie mit ihrem Rennmaterial: „Da haben wir viel ausprobiert und jetzt habe ich etwas gefunden, was gut funktioniert“.

Eigentlich hatte sie sich vorgenommen, noch mehr Riesenslalom zu trainieren und dort so gut zu werden, dass sie im Weltcup starten darf. „Wir haben ja nur die acht Slalomrennen in der Saison und beim kleinsten Fehler kannst du schon weg sein“, erklärt sie, dass es besser ist, den Erfolg auf mehrere Disziplinen zu bauen. Die neuen längeren und weniger taillierten Ski hat sie in Neuseeland ausprobiert und kommt damit ganz gut zurecht. „Wenn die Piste hart, sind die super zu fahren“, urteilt sie, „ Bei weichen Verhältnissen bringt man sie zwar schwerer um die Kurve, aber daran gewöhnt man sich schnell“. Leider sei der Riesenslalom dann doch in letzter Zeit ziemlich kurz gekommen, weil sie froh war, mit dem lädierten Knie wenigstens das Slalomtraining auf die Reihe zu bekommen.
„Der Slalom geht nun mal für mich vor“, setzt sie Schwerpunkte. Darum stünden nun erst mal Levi und Aspen auf den Programm, „wenn ich dann von Übersee heim komme, werd ich mich wieder ans Riesenslalom-Training machen, damit da vorwärts geht“, plant sie.

Text/Bild: Elke Wiartalla

Tina Geiger
Tina Geiger