Springer Vierschanzentournee

Bläserduo auf der Rollerbahn

Max Braxmair und Leo Schraudolf sorgen im Langlaufstadion für Sicherheit der Sportler

Die letzten Arbeiten in diesem Jahr sind erledigt. Die Böschungen sind gemäht, Äste zurückgeschnitten und Reisig von der Rollerbahn geräumt. Das Laub, das jetzt noch im Spätherbst fällt, wird bald von einer dicken Schneeschicht überdeckt und für Max Braxmair und Leo Schraudolf ist Mitte November die Saison vorüber. Weil es inzwischen nachts recht kalt und in feuchten Abschnitten gefährlich eisig werden kann, ist die Rollerbahn ab sofort offiziell gesperrt. Seit dem 1. Mai waren die beiden Männer in Langlaufstadion im Ried und auf der mehr als sieben Kilometer langen Rollerbahn für die Skisport- und Veranstaltungs GmbH unterwegs, um für die Sicherheit der Sportler zu sorgen.

Seit zehn Jahren ist Max Braxmair die „gute Seele“ da draußen im Ried. Er ist einer der deutschen Rollerpioniere und hat in seiner aktiven Laufbahn große Erfolge in Rollskirennen und Rollskibiathlon gesammelt. Nach dem Ende seiner Sportkarriere schwor er sich, zu helfen, sollte denn je in Oberstdorf eine Rollerbahn gebaut werden. Vor allem die Sicherheit der vielen Skiclub-Kinder, die ihr Training auf öffentlichen Straßen absolvierten, bereitete ihm damals Sorgen. Der Wunsch nach einer Trainingsstrecke abseits des Verkehrs ging 2004 mit dem ersten Bauabschnitt der Rollerbahn in Erfüllung und Max hielt sein Versprechen. Fortan war er ehrenamtlich unterwegs, um die Laufstrecke von Hindernissen zu befreien und auch drum herum für Sauberkeit zu sorgen. „In den ersten zwei Jahren habe ich die Bahn noch von Hand gekehrt“, erzählt er schmunzelnd. Als er dann mit einem großen Gebläse ausgerüstet wurde, empfand er das schon als „echten Luxus“. Dass er seit einem Jahr Leo Schraudolf an seiner Seite hat, der ihm inzwischen viel Arbeit abnimmt, ist für ihn die „ideale Steigerung“.

Sie teilen sich die anfallenden Arbeiten auf. Während Schraudolf vorwiegend für das Mähen der Randbereiche zuständig ist sowie für die Säuberung der Rollerbahn mit dem Traktor unterwegs ist und sich dabei auf ein starkes Gebläse mit Zapfwellenantrieb verlässt, fühlt sich Braxmair für den Bereich rund um die Skiflugschanze zuständig, auf dem Rücken immer den schweren Laubbläser. Leo Schraudolf beschreibt sich selbst als „pensionierter Hobby-Langläufer“ und erhält dafür prompt einen Verweis von seinem Kollegen. „ Du warst im Amateurbereich viel mehr und kennst dich hervorragend aus“, entgegnet Max Braxmair. Die Liebe zum Langlaufsport und Fachkompetenz seien schließlich auch mitentscheidend dafür, dass das Strecken-Team gute Arbeit leiste. Zu schätzen wissen die beiden, dass ihre Auftraggeber von der Skisport- und Veranstaltungs GmbH ihnen das volle Vertrauen schenken eigenständig zu arbeiten und zu entscheiden. „Man weiß, die Arbeit wird erledigt, über das Wie und Wann entscheiden wir aber ganz allein“, schätzen sie ihre Unabhängigkeit.

Die beiden freut es, dass die Sportler ihre Arbeit sehr zu würdigen wissen und sich dank Max und Leo immer sicher fühlen. „Bei dem Tempo müssen sie sich auch verlassen können, das nichts im Weg liegt, was zu einem Sturz führen kann“, sagt Braxmair. „Griaß di, Max, vergealts Gott“, rufen ihm die Kinder aus dem eigenen Skiclub Oberstdorf immer wieder zu und auch etliche andere Trainingsgruppen aus der ganzen Welt loben, dass die Rollerbahn stets in einem tip-top Zustand ist. „Hierher kommen zig Nationalmannschaften zum Trainieren, weil sich herumgesprochen hat, dass unsere Bahn sauber, sicher und anspruchsvoll ist“, sagen die beiden stolz. Und wenn sie nach getaner Arbeit zuschauen wie absolute Top-Langläufer wie Dario Cologna ihre schnellen Runden im Ried drehen, dann wissen sie wieder einmal, warum sie im Sommer hier sehr zufrieden ihren Job machen. „Wollen wir hoffen, dass man das noch eine Weile so weiter machen kann, dann ist beiden Seiten gedient“, meint Max Braxmair, bevor er seinen Laubbläser verräumt – bis zum nächsten Frühling.