Springer Vierschanzentournee

Lokalmatador Johannes Rydzek zählt zu den Top-Favorit am Wochenende in Oberstdorf

Wird der Sommer Grand-Prix der Nordischen Kombination in Oberstdorf erneut zum persönlichen Sommermärchen für Lokalmatador Johannes Rydzek? Der 23-jährige Oberstdorfer erwies sich bei den Heimwettkämpfen bisher jedenfalls als Seriensieger.

Wird der Sommer Grand-Prix der Nordischen Kombination in Oberstdorf erneut zum persönlichen Sommermärchen für Lokalmatador Johannes Rydzek? Der 23-jährige Oberstdorfer erwies sich bei den Heimwettkämpfen bisher jedenfalls als Seriensieger. Er holte seit 2009 vor heimischen Publikum sage und schreibe siebenmal den ersten Platz und sprang drei weitere Male aufs Podest. Die Konkurrenz allerdings ist groß. Top-Sportler aus 15 Nationen werden im Oberallgäu erwartet. Die Deutschen sind mit allen illustren Namen von Olympiasieger Eric Frenzel, dem er sich beim Auftakt in Oberwiesenthal beugen musste, über Tino Edelmann, Fabian Rießle bis zu Björn Kircheisen vertreten.

Entsprechend verhalten ist die Erwartungshaltung des vierfachen WM-Medaillengewinners von Falun: „Natürlich freue ich mich auf die Heimrennen. Aber ein Selbstläufer wird das sicher nicht“, sagte Rydzek vor der gestrigen zweiten Etappe in Tschagguns (Vorarlberg), bei der der 23-Jährige Siebter wurde. Es siegte der Österreicher Mario Seidl. Rydzeks Zurückhaltung hat zwei Gründe: Anfang Juli, mitten in der Sommervorbereitung, laborierte er an einer schweren Magen-Darm-Grippe und ein Unfall bei einem Staffelrennen bescherte ihm eine Platzwunde am Hinterkopf. „Da war wohl ein Konkurrent schwer übermotiviert“, kommentierte er den heftigen Rempler, der ihn in dem Rennen „just for fun“ zu Fall brachte. Doch spätestens nach seinem fatalen Crash mit dem Teamkollegen Rießle bei den Olympischen Spielen in Sotschi weiß man, dass Rydzek Stehaufmännchen-Qualitäten besitzt und nach Rückschlägen stärker zurückkommt.

Höhepunkte von der Strecke gibt es auf der Videowand

Nicht nur beim Springen, sondern auch beim „Nightrace“ durch die Straßen von Oberstdorf ist am Freitag und Samstagabend einiges geboten. Die Sportler bleiben dabei nicht im Dunklen, die Strecke wird von der Feuerwehr zusätzlich ausgeleuchtet. Wer jedoch den Überblick behalten will, bleibt nach dem Springen am besten gleich in der Erdinger Arena. Dort lässt sich von den Tribünen aus der Start, mehrere Durchläufe und der Zieleinlauf der Topathleten hautnah miterleben. Dazu müssen nach dem Springen rund 30 Tonnen Schwerlastplatten in kürzester Zeit zu einer 10 Meter breiten und 80 Meter langen Spur im Stadion verlegt werden. Die Videowall im Stadion fängt die spektakulärsten Szenen am harten Anstieg vor der Arena und auf der abschüssigen Strecke nach dem Stadiondurchlauf ein. Die Zuschauer sind damit immer live dabei.

Der Nachwuchs darf ebenfalls die großartige Atmosphäre genießen. Denn auch der FIS-Schüler-Cup wird an diesem Wochenende in Oberstdorf ausgetragen. Der Schüler-Cup ist der weltweit größte Wettkampf in der Nordischen Kombination und kann mit einem weiteren Highlight aufwarten. Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden auch heuer wieder die Mädchen am Start sein. Die jungen Nordischen Kombinierer absolvieren ihre Rennen am Freitag und Samstag auf einem altersgemäß nicht ganz so harten Kurs.

Johannes Rydzek mit seinen Teamkollegen Fabian Rießle und Manuel Faißt beim Bad im Ortsbrunnen in Oberwiesenthal
Johannes Rydzek mit seinen Teamkollegen Fabian Rießle und Manuel Faißt beim Bad im Ortsbrunnen in Oberwiesenthal